Fachtagung „Bewusst lenken ohne abzulenken“

Fachtagung Bewusst lenken ohne abzulenken

Am 12. April 2018 fand die vierte gemeinsame Fachtagung des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) und des Ministeriums des Innern und für Kommunales (MIK) in der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg statt. Veranstalter war das Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung (IFK) e. V. an der Universität Potsdam.

Mit dem Veranstaltungsuntertitel „Bewusst lenken ohne abzulenken“ lag der inhaltliche Schwerpunkt in diesem Jahr auf dem Thema „Ablenkung im Straßenverkehr“. Passend dazu konnten die Teilnehmer der Konferenz im Vorraum an den Fahrsimulatoren der Verkehrswacht Oranienburg e. V. sowie an den interaktiven Elementen der Ausstellung „Ablenkung“ von Forum und Netzwerk Verkehrssicherheit am eigenen Leib die Auswirkungen von Ablenkung erfahren.
In verschiedenen Fachvorträgen und einer Podiumsdiskussion wurden die Gefahrenpotentiale und Folgen von Ablenkung im Straßenverkehr dargelegt. Darüber hinaus wurden mehrere Studien und Projekte zum Thema vorgestellt sowie der rechtliche Rahmen des Verbots für die Nutzung elektronischer Geräte erläutert und bewertet. Auch wenn Ablenkung sehr unterschiedliche Ursachen haben kann, lag der Hauptschwerpunkt der Vorträge auf der Ablenkung durch die Nutzung von Smartphones. Als problematisch wurde generell die zunehmende Anzahl an Handyverstößen betrachtet. Darüber hinaus sahen die Experten eine höhere Ablenkungsgefahr durch moderne Assistenzsysteme, die es dem Fahrer durch die Übernahme verschiedener Fahrfunktionen leichter machen, Nebentätigkeiten nachzugehen. Aus polizeilicher Sicht sei es schwer, aus der häufig angegebenen Unfallursache 49 („Andere Fehler beim Fahrzeugführer“) Schlussfolgerungen für die Präventionsarbeit zu ziehen, denn bei diesen Unfällen kann die Ursache nicht genau bestimmt werden. Die Auswertung von Daten, die von Bordcomputern und Handys ohnehin erfasst und gespeichert werden, könnte für die Unfallrekonstruktion und die Ermittlung von Unfallursachen hilfreich sein – hierfür gebe es jedoch bislang keinen gesetzlichen Rahmen. In der Podiumsdiskussion sprachen sich die Fachexperten für höheren polizeilichen Kontrolldruck aus. Außerdem sei ein Umdenken der Verkehrsteilnehmer nötig. Dies könne nur durch eine kontinuierliche und umfassende Aufklärungsarbeit erfolgen, die sich nicht ausschließlich auf den Aspekt des erhöhten Unfallrisikos bezieht.

Detaillierte Informationen finden Sie auch in einer in Kürze erscheinenden Tagungsbroschüre.